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  • In Würde Müll sammeln

    In Würde Müll sammeln

    Nie mehr im Kübel nach Flaschen wühlen: Initiativen fordern »Pfandringe« für Abfallbehälter. SPD und Grüne wollen teure Neuerung in mehreren Städten durchsetzen

    Von Susan Bonath

    Seit Inkrafttreten der Agenda 2010 unter der Bundesregierung von SPD und Grünen ist die Armut in der Bundesrepublik rasant gestiegen. Immer mehr Menschen sammeln die Reste der Wegwerfgesellschaft, um über die Runden zu kommen. Pro Pfandflasche oder -dose gibt es bei Rückgabe acht, 15 oder 25 Cent. Seit gut zwei Jahren machen sich in einigen Städten vor allem Sozialdemokraten und Grüne dafür stark, daß Betroffene nicht zu tief im Abfall »graben« müssen. Sie setzen sich für die Installation sogenannter Pfandringe an Abfallbehältern ein. Das sind kranzförmige Metallvorrichtungen, die um Mülleimer gehängt werden. Leergut kann hineingestellt werden und ist so für Flaschensammler leichter greifbar. Das sei gut für die Umwelt und menschenwürdiger für diejenigen, die auf die Einnahmen aus dem Recycling angewiesen sind, appellieren mehrere Initiativen im Internet unter dem Motto »Pfand gehört daneben«.

    Weiterlesen in der Jungen Welt vom 19.04.2014

    http://www.jungewelt.de/2014/04-19/027.php

  • Kein Job, kein Geld, kein schönes Leben - MDR 1 - Sachsenradio Redaktion - Direkt 15.04.2014

    MDR 1 - Sachsenradio Redaktion Direkt 15.04.2014

    Kein Job, kein Geld, kein schönes Leben.

    Fällt im Jobcenter der Startschuss zum beruflichen Glück?

    Was hilft Langzeitarbeitslosen wirklich? Welche Maßnahmen sind sinnvoll und welche empfinden die Arbeitssuchenden als nutzlos? Wie groß sind die Chancen, noch einmal einen Neustart zu schaffen? Dies sind einige der Fragen, über die wir am Dienstagsabend diskutieren möchten.

    Kaum einer entscheidet sich freiwillig, von 391 Euro im Monat zu leben. Tatsächlich gibt es aber in Deutschland knapp 4,5 Millionen Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen. Auch wenn sich Sachsen im Bundesvergleich im Mittelfeld einordnet, sind immer noch zehn Prozent der Sachsen auf eine Hartz IV-Unterstützung angewiesen. Aus eigener Kraft einen Weg aus diesem Strudel zu finden, ist schwer. Die Konsequenz: Familien leben am Existenzminimum, verarmen kulturell, gesundheitlich und resignieren. Selbst Kinder leben mit dem Stigma: Rand der Gesellschaft.

    Funktionieren Jobcenter?

    Ein abgeschlossenes Hochschulstudium, Berufserfahrung und soziale Kompetenz sind nicht immer Garant für einen gut bezahlten Job. Obwohl von vielen Seiten der Fachkräftemangel thematisiert wird, stehen junge Akademiker vor dem Problem, dass sie allenfalls befristet eine Anstellung findet.

    Wie funktioniert der Informationsaustauch zwischen der Agentur für Arbeit, den Jobcentern und den Betrieben? Vor welcher Herausforderung standen die Jobcenter bei ihrer Gründung? Welche Chance eröffnen die Agentur für Arbeit und Jobcenter heute?

    Gäste im Studio waren:

    - Dr. Dirk Kratz

    - Jan Pratzka, Geschäftsführer Jobcenter Dresden

    - Anja Feicke, Beraterin im Jobcenter

    - Inge Hannemann, Hartz IV-Kritikerin, ehem. Mitarbeiterin in einem Jobcenter, zugeschaltet aus Hamburg

    Kein Job, kein Geld, kein schönes Leben.

    http://www.mdr.de/mdr1-radio-sachsen/programm/job136_zc-0568e3e2_zs-c6da4b9b.html

    Die Sendung zum Nachören:

    http://ondemanddownload.mdr.de/mp3/digas-7afd4841-11cc-4444-ace0-cdab1a517232-69c30f9eac0b.mp3

  • Hartz IV und die Opfer der Agenda 2010

    Hartz IV und die Opfer der Agenda 2010

    Berlin am 11.04.2014 - Gedenkmarsch an die verstorbene Rosemarie F. aus Berlin-Reinickendorf, die 67-jährig nach einer Zwangsräumung verstarb und an die uendlich vielen Menschen, die ursächlich durch Hartz IV verstorben sind.

    Erneut wurde nun in Berlin der Opfer der Agenda 2010 gedacht. Inzwischen sind deutlich mehr als 100 Todesfällen recherchiert, die eindeutig im Zusammenhang mit dem dem Unrechtsgesetz Hartz IV stehen. Und noch immer steht die Recherche am Anfang. Weiterhin melden sich Menschen bei den Organisatoren um weitere Fälle mit den entsprechenden Hintergründen aufzuzeigen.

    Schon lange gehört die Führung der SPD wegen Verstosses gegen das Grundgesetz: Artikel 1, Absatz 1: "Die Würde des Menschen ist unantastbar" auf die Anklagebank.

    Ziel der Organisatoren ist all die gemeldeten Fälle mit weiteren Kreuzen zu dokumentieren.

  • »Armut ist hausgemacht«

    »Armut ist hausgemacht«

    Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe stellt Konzept vor.

    Von Claudia Wrobel

    Die Zahl der Zwangsräumungen, gegen die sich nachbarschaftlicher Widerstand organisiert, nimmt zu. In den vergangenen Wochen kam es in Berlin immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, in der nächsten Woche will die Staatsmacht einen weiteren Versuch unternehmen, Karl-Heinz Gerikg, genannt Kalle, aus seiner Wohnung in Köln zu werfen. Im Februar konnte dies abgewehrt werden (jW berichtete). Dies führt auch dazu, daß das Thema Wohnungsverlust deutlicher wahrgenommen wird. Nach einer Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe sind rund 40 Prozent der Menschen, die ihre Bleibe verlieren, Opfer einer solchen Zwangsmaßnahme. Der überwiegende Teil der Wohnungsverluste findet an den Augen der Öffentlichkeit vorbei statt. »Bei einer Mehrheit passiert dies zum Beispiel, indem der Vermieter so lange Druck macht, bis man aufgibt«, beschrieb deren Geschäftsführer Thomas Specht die Situation.

    Weiterlesen in der jungen Welt vom 11.04.2014

    http://www.jungewelt.de/2014/04-11/016.php

  • Radio Bayern 2 - Hartz IV - Wissenschaftler über Förderung und Überforderung

    Radio Bayern 2 - Hartz IV - Wissenschaftler über Förderung und Überforderung

    Von Nikolaus Nützel

    Rund viereinhalb Millionen Menschen in Deutschland sind auf "Hartz IV" angewiesen. Bei der Einführung dieser sogenannten "Grundsicherung" kündigten die verantwortlichen Politiker an, die Arbeitslosigkeit werde deutlich sinken. Und tatsächlich sehen die Arbeitsmarktstatistiken in Deutschland auf den ersten Blick deutlich besser aus als in vielen anderen Ländern. Wenn Wissenschaftler die Daten genauer untersuchen, zeigt sich aber: Keineswegs alle Hoffnungen, die mit den Hartz-Gesetzen und dem Schlagwort "Fördern und Fordern" verbunden waren, haben sich erfüllt. Gleichzeitig hatten die Reformen negative Begleiterscheinungen, die einige Forscher für besorgniserregend halten. In diversen Studien untersuchen Soziologen, Wirtschaftswissenschaftler und Arbeitsmarktforscher, was Hartz IV tatsächlich gebracht hat.

    Sendung in Radio Bayern 2 vom 08.04.2014:

    http://cdn-storage.br.de/iLCpbHJGNL9zu6i6NL97bmWH_-bG/_-9S/5-bG5Akd/140408_1805_IQ---Wissenschaft-und-Forschung_Hartz-IV---Wissenschaftler-ueber-Foerderung.mp3

  • HARTZ IV TROTZ FEHLENDEM RENTENANTRAG

    HARTZ IV TROTZ FEHLENDEM RENTENANTRAG

    Anspruch auf Hartz IV bleibt trotz Verweigerung eines Rentenantrags bestehen

    31.03.2014

    Der Hartz IV Anspruch bleibt auch dann bestehen, wenn sich Leistungsberechtigte weigern, einen Rentenantrag zu stellen. Das entschied das Sozialgericht Dresden (SG) in seinem Beschluss vom 25. März 2014 im Fall von Spätaussiedlern. Der Ehemann eines Paares mit russischer und deutscher Staatsbürgerschaft war der Aufforderung des Jobcenters Sächsische Schweiz – Osterzgebirg, Rente in Russland zu beantragen, nicht nachgekommen. Darauf verweigerte ihm das Amt die Regelleistung. Das SG entschied jedoch zu Gunsten des Mannes (Aktenzeichen: S 40 AS 1666/14 ER).

    Existenzsicherung muss gewährleistet sein

    Ein Ehepaar mit deutschem und russischem Pass kam 1997 nach Deutschland. Wegen Erwerbslosigkeit beantragten die 62-jährige Frau und der 63-jährige Mann Hartz IV. Das zuständige Jobcenter gewährte jedoch nur teilweise Leistungen und forderte beide auf, Rente in Russland zu beantragen. Die Frau kam der Aufforderung nach, der Mann weigerte sich, da die Rentenbeantragung nach seinen Angaben kostenintensiv und sehr aufwendig sei. Zudem hätten beide die Entlassung aus der russischen Staatsbürgerschaft beantragt. Daraufhin gewährte das Amt lediglich Leistungen für die Unterkunft, nicht aber den Regelsatz. Der 63-Jährige sei seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen, so die Begründung des Jobcenters.

    Der Mann zog daraufhin vor das SG, das dem Spätaussiedler Recht gab. Das Gericht verpflichtete die Behörde zur weiteren Zahlung von 700 Euro pro Monat. Die Begründung des Jobcenters konnten die Richter nur eingeschränkt nachvollziehen. Zwar seien Leistungsberechtigte verpflichtet, alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit auszuschöpfen, es sei jedoch keinesfalls rechtmäßig bei einer Weigerung die Leistungen ohne weitere Prüfung zu versagen. Der Gesetzgeber habe dem Jobcenter Mittel an die Hand gegeben, selbst tätig zu werden. So hätte die Behörde eigenständig Rente für den Mann in Russland beantragen können. Auch seien Erstattungsansprüche gegebenenfalls durchsetzbar gewesen. Stattdessen habe das Jobcenter aber die Regelleistung einbehalten, so dass dem Ehepaar dadurch die Existenzsicherung vorenthalten worden sei, urteilt das Gericht. Zudem sei die Ehefrau aufgrund der Bedarfsgemeinschaft, die sie mit ihrem Mann bilde, ebenfalls von der Leistungseinschränkung betroffen, obwohl sie der Aufforderung des Jobcenters nachgekommen sei, monierte das SG weiter.

    gegen-hartz.de vom 31.03.2014

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-trotz-fehlendem-rentenantrag-90016033.php

  • Kreuzzug der Hartz - IV - Empfänger - Hamburg 29. März 2014

    Kreuzzug der Hartz - IV - Empfänger - Hamburg 29. März 2014

    Die Veranstaltung zum Gedenken der Opfer der Agenda 2010 hat es heute ab 13.00 Uhr tatsächlich auf dem Gelände der Kampnagelfabrik (nicht zu verwechseln mit der Fabrik in Hamburg Altona) in Hamburg gegeben. Im Zusammenhang des Europa – Wahlkampfes der Sozialdemokraten mit Olaf Scholz dem Hartz IV – Kriminellen aus Hamburg und Martin Schulz (Europa Abgeordneter für die SPD) wurde wie in Berlin die Mahnwache für die die Opfer der Agenda 2010 durchgeführt. Direkt nach der Gedenkfeier wurde an die Besucher der SPD –Wahlveranstaltung unter anderem an Wolfgang Rose dem Vorsitzenden von Verdi sowie dem Hamburger Finanzsenator Infomaterial dazu unter dem Motto: “Hartz und die Opfer der Agenda 2010” oder “Hartz IV und die Sozialverbrechen der Sozialdemokraten” und “Hartz IV und die Menschenwürde” verteilt. Die Ausstellung zum Gedenken war ein ganz großer Erfolg und die Besucher zeigten ein sehr großes Interesse an den Kreuzen. Vielfach kam es zu recht deutlichen Reaktion bis hin zu einer ziemlichen Betroffenheit der Besucher. So erhielt ich z. B. beim Verteilen die Antwort: “das ist mir einfach zu makaber”, Makaber, aber leider die bittere Realität.

    Durchgeführt wurde diese Veranstaltung von der Gruppe: “Wir sind Boes, Hamburg”. Der ebenfalls große Erfolg begründete sich aber auch durch die Tatsache, dass sich völlig andere Gruppierungen bei uns einreihten. Unter anderem trat die Gruppe “Partei” auf und forderte die Besucher der Wahlveranstaltung dazu auf “den SPD - Wahl Müll” (infomaterial) in mitgebrachten Müllbeuteln kostenlos zu entsorgen. Wie gesagt zahlreiche Gruppen, aber auch Einzelpersonen reihten sich in die Veranstaltung ein.

    Nicht zu vergessen die Berliner, bis hin zu Kiek Ma Film Berlin dem Videokanal aus Berlin, die extra aus Berlin angereist waren. Bereits am 11. April 2014 soll es dazu eine Großdemonstration in Berlin geben, wo dann zusätzlich mindestens weitere 50 Gedenkkreuze aufgestellt sein werden. Also auch dafür unbedingt Werbung betreiben.

    Informationen dazu können auf folgenden Internetseiten aufgerufen werden:

    http://www.Die-Opfer-der-Agenda-2010.de

    Am Rande der Wahlveranstaltung wurden 2 junge Mädchen abgeführt, weil diese es sich gewagt haben mit einem T-Shirt mit der Aufschrift “FCK SPD” die Wahlveranstaltung der Sozialdemokraten auf zu suchen. Sie erhielten totalen Platzverweis und durften das Gelände der Kampnagelfabrik während der Wahlveranstaltung nicht mehr betreten. Aber clever wie die beiden Girls nun mal waren, sind sie in einen großen Büroladen wieder aufgetaucht, von wo aus sie das Geschehen auf der Kampnagelfabrik weiter beobachten konnten und sie vor allem mit ihrem T-Shirt: “FCK SPD” von den Besuchern gesehen werden konnten. Hier konnte die Polizei “leider” nicht eingreifen.

    Insgesamt ist mein Eindruck, dass hier inzwischen bundesweit ein Stein ins Rollen gekommen ist, der nicht mehr zu stoppen sein wird. Immer mehr Menschen schließen sich der Bewegung gegen Hartz IV und diese hoch faschistoide Sanktionspraxis an. Für die Sozialdemokraten dürfte die Luft immer dünner werden.

    Vorschlag: Bei möglichst vielen Wahlveranstaltungen der Sozialdemokraten zur Europawahl, aber auch regionalen Wahlen wie z. B. nächstes Jahr in Hamburg, sollte diese Aktion durch geführt werden. Meine persönliche Beobachtung am heutigen Tag war, dass die Besucher gerade in emotionaler Hinsicht berührt und zum Teil auch wach gerüttelt werden konnten.

  • Die Schande von Europa: Deutschland beutet seine Arbeiter aus

    Die Schande von Europa: Deutschland beutet seine Arbeiter aus

    Von Joachim Jahnke

    Deutschland schafft seine Arbeiter ab. Der Niedriglohnsektor boomt in kaum einem europäischen Land so wie in Deutschland. Von einer sozialen Marktwirtschaft kann nicht mehr die Rede sein. Die deutschen Arbeiter bezahlen den Preis für die hemmungslose Globalisierung.
    Die deutsche Lohnentwicklung zeigt die deutlichsten Spuren des schrittweisen Untergangs der Sozialen Marktwirtschaft. Besondere Stichworte sind: Lohnquote, Globalisierung, Niedriglöhne, Niedriglohnfalle, Aufstocker.

    Der deutsche Durchschnittslohn stand seit dem Jahr 2000 unter besonderem dreifachem Druck nach unten. Das war erstens der von der Bundesregierung vor allem durch Verweigerung gesetzlicher Mindestlöhne und durchErleichterung der Leiharbeit geförderte Niedriglohnsektor.

    Zweitens war es der Abbau der Arbeitslosenversorgung im Rahmen der Hartz-Gesetze, was immer mehr Arbeitnehmer veranlasste, jede Arbeit anzunehmen.

    Weiterlesen in Deutsche Wirtschaftsnachrichten vom 29.03.2014

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/03/29/die-schande-von-europa-deutschland-beutet-seine-arbeiter-aus/

  • Arbeitsagentur: Schlamperei und Unfähigkeit sind an der Tagesordnung! Gibt es Planstellen für die Produktion von unendlichem Mist?

    Arbeitsagentur: Schlamperei und Unfähigkeit sind an der Tagesordnung! Gibt es Planstellen für die Produktion von unendlichem Mist?

    Gestern klingelte mein Nachbar Andreas W. an meiner Türe. „Weisst du,
    wenn ich so arbeiten würde wie die Arbeitsagentur, ich hätte bei keinem Arbeitgeber die Zeit von wenigen Tagen überstanden. Viermal (!) sind in den letzten 5 Monaten in meinen Angelegenheiten Dinge passiert, die ein normaler Mensch nicht nachvollziehen kann. Wenn es nur Kleinigkeiten wären, dann würde ich mich nicht ärgern, aber was man sich hier erlaubt, das ist der Gipfel."
    In der Tat multipliziert man seinen Fall auf die Gesamtzahl derjenigen, welche die Agentur für Arbeit in paradoxer Weise als „Kunden“ bezeichnet, dann werden Schäden angerichtet, die leicht in einer Summe von Zig-Millionen münden. Alleine bei ihm sind Kosten aufgelaufen, welche leicht eine Monatskarte für den HVV im Großbereich ausmachen.

    Fall 1. Nach nahezu 7 Jahren ununterbrochener Tätigkeit als Lehrkraft musste er sich für die Zeit vom 8. Oktober 2013 bis zum 31. Dezember 2013 arbeitslos melden. Ab 1. Januar 2014 ist er Ruheständler als Bezieher von Regelaltersrente.

    Weiterlesen im Elbe Wochenblatt Stellingen

    http://www.elbe-wochenblatt.de/stellingen/lokales/arbeitsagentur-schlamperei-und-unfaehigkeit-sind-an-der-tagesordnung-gibt-es-planstellen-fuer-die-produktion-von-unendlichem-mist-d26346.html

  • Fachkräfte werden vergrault

    Fachkräfte werden vergrault

    von Carola Beyer & Alexandra Ringling

    Lukasz Fajkowski wird eigentlich in Deutschland dringend gebraucht. Denn er ist das, was viele Firmen händeringend suchen: ein gut ausgebildeter Ingenieur. Vor knapp zwei Jahren kam der Pole nach Deutschland, um bei einer Zulieferfirma Flugzeugteile für Airbus zu konstruieren. Doch seine Firma verlor das Projekt - der 24-jährige wurde arbeitslos.

    Integrationskurs statt Jobangebot

    Kein Problem, so glaubt Lukasz anfänglich - schließlich herrscht in Deutschland Fachkräftemangel. Und bei den Ingenieuren ist das Loch besonders groß: 63.700 Ingenieure fehlen der Industrie. Doch beim ersten Termin bei der Arbeitsagentur bekommt er keine Jobangebote, sondern den Vorschlag einen Integrationskurs zu besuchen. Seine fehlenden Deutschkenntnisse seien ein Problem. Dabei spricht man in seinem Arbeitsumfeld sehr oft englisch, da Kollegen vielfach aus unterschiedlichen Ländern zusammenarbeiten müssen. Und Lukasz spricht fließend Englisch - wie auch die Frau in der Arbeitsvermittlung. Dennoch muss das Gespräch auf Deutsch laufen - und dann übersetzt werden.

    Mit der Teilnahme am Integrationskurs wäre Lukasz Fajkowski sechs Monate aus der Statistik heraus, würde aber auch in diesen sechs Monaten keinerlei andere Jobangebote bekommen. Er wehrt sich, verweist darauf, dass er seit anderthalb Jahren bereits in Deutschland lebe und sich gut integriert fühle. Die Arbeitsvermittlerin gibt schließlich nach und schickt ihn ein paar Türen weiter. Dort residiert der "Arbeitgeberservice". Er ist speziell zur Vermittlung von Fachkräften eingerichtet. Doch auch hier kommt Lukasz Fajkowski nicht weiter. Denn die Angebote für Ingenieure entpuppen sich als die normalen Angebote der Jobagentur, die jeder Arbeitssuchende einsehen kann. Auch Lukasz kannte sie alle. So macht er sich schließlich selbst auf die Suche, hat mehrere Vorstellungstermine in deutschen Firmen. Sprachliche Defizite oder gar sein Englisch stellen hierbei keinerlei Problem dar.

    Unflexible Bürokratie

    Auch Hartz 4 versucht der junge Mann zu beantragen, um finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen. Das erweist sich als fast noch komplizierter. Statt einer Beratung bekommt er einen Packen Formulare in die Hand gedrückt - wieder nur mit deutschen Erklärungen und einem Stempel. Er hat die Formulare bereits zuhause ausgedruckt und auch ausgefüllt. Doch sie sind wertlos, da auf ihnen der Stempel fehlt.

    Sein Eindruck der deutschen Bürokratie ist verheerend: Unfreundlich, unflexibel und nach Schablonen arbeitend - ohne wirkliches Interesse am Arbeitssuchenden, so sein Fazit. Er orientiert sich um und arbeitet inzwischen wieder als Ingenieur. Seit Anfang März hat er einen gut dotierten Job in England - und Deutschland eine Fachkraft weniger.

    Panorama3 vom 18.03.2014

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/fachkraeftemangel143.html

  • HARTZ IV: KEINE GENERELLE FRÜHRENTE BEANTRAGUNG

    HARTZ IV: KEINE GENERELLE FRÜHRENTE BEANTRAGUNG

    Urteil: Aufforderung zum Beantragen von Frührente ist nur rechtmäßig, wenn zuvor eine umfassende Interessenabwägung stattgefunden hat

    21.03.2014

    Eine Aufforderung des Jobcenters zur Beantragung von Frührente ist nicht rechtmäßig, wenn die Höhe der vorzeitigen Altersrente nicht bekannt ist. Das entschied das Sozialgericht Dresden (SG) in seinem Beschluss vom 21.02.2014 (Aktenzeichen: S 28 AS 567/14 ER). Demnach muss eine umfassende Interessenabwägung stattfinden, bevor ein Hartz IV-Leistungsberechtigter zur Antragsstellung für Frührente verpflichtet werden kann.

    Frührente darf nicht mit einem lebenslangen Bezug von Sozialhilfe einhergehen
    Im konkrete Fall hatte das Jobcenter Dresden eine 64-jährige Hartz IV-Bezieherin dazu aufgefordert, einen Antrag auf vorzeitige Altersrente bei der Deutschen Rentenversicherung zu stellen. Da die Höhe der Frührente nicht bekannt war, sollte die Frau den Antrag trotz möglicher Abschläge stellen. Dem Jobcenter zufolge gebe es keine Argumente, die gegen die Beantragung der vorrangigen Leistung sprächen. Die Hartz IV-Bezieherin zog daraufhin vor das SG – mit Erfolg.

    Das Gericht sah insbesondere in der fehlenden Kenntnis über die Höhe der Frührente eine mangelhafte Interessenabwägung seitens des Jobcenter. Die Behörde müsse im Rahmen der Ermessensausübung eine umfassende Abwägung der Interessen vornehmen, die die wirtschaftlichen Verhältnisse nach Rentenbezug einschließe. Es müsse klar sein, ob dem Betroffenen durch den Bezug der vorzeitigen Altersrente ein finanzieller Nachteil entstehe und dieser zumutbar sei. Führe die Frührente dazu, dass der Betroffene ein Leben lang ergänzend auf Sozialhilfe angewiesen ist, sei von einem entsprechenden Antrag abzusehen, so das SG. (ag)

    gegen-hartz.de vom 21.03.2014

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-keine-generelle-fruehrente-beantragung-90016027.php

  • Hartz-IV-Familien werden zum Umzug gezwungen

    Hartz-IV-Familien werden zum Umzug gezwungen

    Die Jobcenter im Sauerland fordern derzeit Hunderte Empfänger von Hartz IV auf, ihre Mietkosten zu senken oder einen höheren Eigenanteil zu zahlen. Im schlimmsten Fall müssen sie umziehen.

    Von Timo Baudzus

    Seit Anja Schmidt (Name geändert) Arbeitslosengeld II bezieht, ist das Öffnen grauer Umschläge für sie ein rotes Tuch. Die graue Post kommt meist von ihrem Jobcenter. Der Inhalt ist oftmals mit Unannehmlichkeiten verbunden. "Meistens geht es um Forderungen", sagt Anja Schmidt.

    Forderungen nach Belegen, nach Kontoauszügen, Zinsbescheinigungen, Nebenkostenabrechnungen. Es sei ja schön, dass man in der Not vom Sozialstaat aufgefangen werde, sagt sie. Seit ihrer Scheidung vor drei Jahren ist sie auf die Sozialleistungen angewiesen. Offenbar kommt ihr Ex-Mann seinen Unterhaltspflichten nicht nach. Während ihrer Ehe hatte Schmidt sich voll und ganz auf den Haushalt und die Erziehung der beiden Töchter konzentriert.

    Sie ist froh, dass die Gesellschaft nun für ihre ökonomisch missliche Lage einsteht. Doch die aus ihrer Sicht oftmals rigide formulierten Schreiben vom Amt sind der alleinerziehenden Mutter mit zwei Minijobs ein Dorn im Auge.

    Im Herbst vergangenen Jahres hielt die Sauerländerin wieder ein solches Schreiben in den Händen. Datiert war es auf den 8. November, der Betreff lautete "Gewährung von Unterkunftskosten nach dem Sozialgesetzbuch (SGB II)". Ihre Mietkosten seien um circa 70 Euro pro Monat zu hoch, schrieb das Jobcenter. Anja Schmidt stand im Flur ihrer Wohnung und fiel aus allen Wolken. Bis dato hatte sie einen monatlichen Eigenanteil von 20 Euro gezahlt.

    Weiterlesen: Die Welt vom 22.03.2014

    http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article126049206/Hartz-IV-Familien-werden-zum-Umzug-gezwungen.html

  • Öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses zu Hartz IV-Sanktionen am 17.03.2014

    Öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses zu Hartz IV-Sanktionen am 17.03.2014

    Heute tagte der Petitionsausschuss des Bundestages in öffentlicher Sitzung zu der von Inge Hannemann eingereichten Petition "Arbeitslosengeld II - Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen (SGB II und SGB XII) vom 23.10.2013"

    http://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.nc.html .

    Fast 90.000 Menschen hatten die Petition gegen die Sanktionspraxis der JobCenter mitgezeichnet und fordern die Abschaffung der Sanktionen. Inge Hannemann beantwortete Fragen von Abgeordneten und legte dar, weshalb die Sanktionen gegen Hartz IV-Beziehende menschenverachtend und nicht mit Sozial- und Rechtsstaatsideen vereinbar sind.

    Der Kommentar WDR 5

    http://www.blog.de/media/audio/versto_en_die_hartz_iv_sanktionen_gegen_das_grundgesetz_der_kommentar/7740614

    Den Opfern der Agenda 2010 anlässlich der Petition zur Abschaffung der Sanktionen

    Berichterstattung Tagesschau vom 17.03.2014

    ARD - Nachtmagazin vom 18.03.2014

    Verletzen Hartz-IV-Sanktionen das Grundgesetz? Radio WDR 5

    Von Stefan Welzk

    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auf diesem Versprechen ruht unser Grundgesetz. Daraus folgt das Sozialstaatsgebot. Denn die Menschenwürde ist verletzt, wenn sich jemand aus Müllcontainern hinter Supermärkten ernähren muss oder durch Bettelei. Wo die elementaren Nöte nicht gestillt werden können, da hilft die Gemeinschaft. Dazu hat sie sich mit dem Grundgesetz verpflichtet.

    Existenzminimum schon erreicht

    Wie viel ein Mensch konkret braucht, um hierzulande zu überleben, das haben Expertenkommissionen in akribischer Kleinstarbeit zusammenklamüsert. Danach wurde der Hartz-IV-Satz bestimmt. Er spiegelt das Existenzminimum. Deshalb ist jede Sanktion, jede Kürzung oder Sperrung des Arbeitslosengeldes II verfassungswidrig. Denn das Grundgesetz gilt unabhängig davon, ob jemand Arbeitsangebote ablehnt oder wie oft er sich bewirbt.

    Auch Inge Hannemann argumentiert so. Die Mitarbeiterin im Jobcenter in Hamburg Altona hat sich geweigert, Hartz-IV-Empfänger weiter mit Sanktionen abzustrafen. Damit würden die Probleme der Arbeitslosen nur noch verschärft. Selbst gegen einen geistig Behinderten sollte sie Sanktionen verhängen. Am Ende wurde die "Rebellin" zwangsfreigestellt.

    Verstoßen hatte sie gegen geschriebenes Recht im Sozialbuch II. Doch dieses Recht verletzt eben das Grundgesetz und hätte so nie beschlossen werden dürfen. Und es ist mit Sorgfalt ungenau formuliert. So wird Hartz-IV dann gekürzt, wenn jemand sich – Zitat – "weigert... in ausreichendem Umfang Eigenbemühungen nachzuweisen." Doch was ist ausreichend? Erst der Bundesgerichtshof musste entscheiden, dass mehr als fünfzehn Bewerbungen pro Monat nicht zumutbar sind.

    Klima von Angst und Scham

    Rund eine Million mal pro Jahr werden Sanktionen gegen Arbeitslose verhängt. Dabei verletzt nach einem Urteil des Sozialgerichts in Berlin bereits der ungekürzte Hartz-IV-Satz das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum. Deshalb hatten die Berliner Richter schon 2012 das Bundesverfassungsgericht angerufen. Zynisch wird dieser Entzug elementarer Lebensgrundlagen als "erzieherische Maßnahme" etikettiert und bei den Ausgestoßenen dieser Leistungsgesellschaft ein Klima von Angst, Schuld und Scham erzeugt. Sogar der Krankenversicherungsschutz entfällt bei Vollsanktion. Dieses System der Sanktionen verwandelt Hilfsbedürftige in Verdächtige. Es trifft die Bedürftigsten, die Schwächsten. So leben zum Beispiel zwei von fünf Alleinerziehenden von Hartz IV.

    Niemand erwartet, dass die schwarzrote Koalition die Obszönitäten der Hartz-Reformen ganz zurücknimmt. Doch angesichts des offenkundigen Verfassungskonflikts muss der Sanktionierungswahn abgemildert werden: Das ist ein Gebot der sozialpolitischen und juristischen Vernunft.

    Redaktion: Tamara Tischendorf

    WDR 5 (Radio) / Kommentar - Petitionsausschuss: "Verletzen die Hartz - IV - Sanktionen das Grundgesetz"

    http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/kommentar/hartz126.html

    Der Kommentar WDR 5


    Verstoßen die Hartz IV Sanktionen gegen das Grundgesetz - Der Kommentar

  • ANHÖRUNG ZUR PETITION GEGEN HARTZ IV SANKTIONEN

    ANHÖRUNG ZUR PETITION GEGEN HARTZ IV SANKTIONEN

    Öffentliche Anhörung zur Petition „Abschaffung der Sanktionen im SGB II und Leistungseinschränkungen im SGB XII” findet am 17. März im Bundestag statt

    10.03.2014

    Über 90.000 Menschen unterstützen die Petition von Inge Hannemann zur Abschaffung der Sanktionen bei Hartz IV mit ihrer Unterschrift. Am 17. März findet nun eine öffentliche Anhörung im Deutschen Bundestag statt, bei der die Petenten ihr Anliegen vortragen können.

    Sanktionen abschaffen!

    Die Petition der ehemaligen Jobcenter-Mitarbeiterin Inge Hannemann zur Abschaffung aller Sanktionen bei Hartz IV hat es in den Deutschen Bundestag geschafft. Am 17. März findet um 12 Uhr eine öffentliche Anhörung im Europasaal im Paul-Löbe-Haus statt. Wie es auf der Website des Petitionsausschuss heißt, sei der Saal aufgrund des großen öffentlichen und medialen Interesses bereits voll. Es könnten aber weitere Interessierte und Medienvertreter in einem anderen Saal der Anhörung per Videoübertragung folgen. Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung unter Angabe von Namen und Geburtsdatum beim Sekretariat des Petitionsausschusses, Platz der Republik 1, 11011 Berlin (Telefonnummer: 030 / 227–35257, Fax: 030 / 227–36053, E-Mail: ). Beim Einlass müssen sich Besucher und Journalisten mit einem gültigen Personalausweis identifizieren.

    Zunächst wird es eine öffentliche Anhörung geben, bei der die Petenten die Gelegenheit haben, ihr Anliegen zu den Petitionen „Arbeitslosengeld II – Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen“ und „Sozialversicherung – Prüfung der Abgabepflicht zur Künstlersozialversicherung durch Rentenversicherung“ vorzutragen. Anschließend müssen sie sich den Fragen der Ausschussmitglieder und der anderen anwesenden Regierungsvertreter stellen.

    Die Fraktion Die Linke lädt nach der Anhörung zu einem Gespräch mit Inge Hannemann und Katja Kipping, MdB, in der Nähe des Europasaals ein. (ag)

    gegen-hartz.de vom 10.03.2014-03-15

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/anhoerung-zur-petition-gegen-hartz-iv-sanktionen-90016013.php

    hartz4-petition_460

  • Todesursache Armut

    Todesursache Armut

    Mit niedrigem Einkommen steigen die Gesundheitsrisiken und sinkt die Lebenserwartung.

    Ein Kongreß macht das Problem öffentlich

    Von Michael Merz

    Arme sterben früher. Und Menschen ohne ausreichend Geld in der Tasche haben darüber hinaus häufiger und länger unter schweren Krankheiten zu leiden als andere. Das sind Binsenweisheiten. Doch aktuelle Ergebnisse einer Studie des Robert Koch-Instituts (RIK) in Verbindung mit Daten des sozioökonomischen Panels des Deutschen Institus für Wirtschaftsforschung (DIW) belegen nun erneut den Zusammenhang zwischen finanzieller Ausstattung und Gesundheit. Konkret: Die mittlere Lebenserwartung ist in der Bevölkerungsgruppe mit dem niedrigsten Einkommen bei Männern um fast elf Jahre, bei Frauen um mehr als acht Jahre verringert gegenüber der am besten gestellten Gruppe. Das Risiko einer schweren Krankheit, wie etwa eines Herzinfarkts oder einer psychischen Beeinträchtigung, ist für sie doppelt bis dreimal so hoch.

    Weiterlesen in der jungen Welt vom 13.03.2014

    http://www.jungewelt.de/2014/03-13/055.php

  • „Hartz IV Erfahrung und Widerstand“ - Marcel Kallwass im Jugendkulturzentrum in Mannheim am 19. Februar 2014

    „Hartz IV Erfahrung und Widerstand“ - Marcel Kallwass im Jugendkulturzentrum in Mannheim am 19. Februar 2014

    Der Protest gegen die Hartz – Gesetze ist vielfältig.

    • Viele Erwerbslose klagen vor den Sozialgerichten gegen die Auswirkungen von Hartz IV.

    • Erwerbslose organisieren sich und protestieren gegen die menschenunwürdigen Maßnahmen der Jobcenter.

    • (Ex-)Mitarbeiter_innen von Jobcenter und Arbeitsamt machen die Missstände öffentlich.

    Wie können wir in der Rhein-Neckar-Kreis solidarischen und kreativen Widerstand organisieren?

    19:30 Uhr Diskussionsveranstaltung mit:

    - Marcel Kallwass, kritischer Ex-Student der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA).

    Er kritisiert die Vorgehensweise seines Arbeitgebers und der Jobcenter auf seinem Blog im Internet www.kritischerkommilitone.wordpress.com und ist deswegen bereits gekündigt worden. Er wird über Erfahrungen aus der “Innensicht” berichten.

    - Peter Nowak, Journalist mit dem Schwerpunkt “Soziale Bewegungen” und Autor des Buches „Zahltag – über Zwang und Widerstand unter Hartz IV“. Er wird Möglichkeiten vorstellen, sich im Jobcenter gegen die Zumutungen des Hartz IV-Regime zu wehren. Dazu gehören die Zahltage und die Initiative „Keine/r muss allein zum Amt“, die Betroffenen helfen soll, ihre Interessen gemeinsam besser durchzusetzen.

    Texte von Peter Nowak auch zum Erwerbslosenwiderstand finden sich auf der Homepage: http://peter-nowak-journalist.de/

    - Julien Ferrat, Experte zu JUMP Plus, Mitglied im Kreisvorstand der Partei

    - DIE LINKE. Mannheim - Anne Helm, Expertin der Piratenpartei für Sozialpolitik, Mitglied der BVV Berlin-Neukölln

    - Moderation: Karlheinz Paskuda, Jugendkulturzentrum FORUM.

  • HEINRICH ALT MIT DER „SAUREN GURKE“ AUSGEZEICHNET

    HEINRICH ALT MIT DER „SAUREN GURKE“ AUSGEZEICHNET

    BA-Vize mit Saure Gurke ausgezeichnet
    BA-Vorstand gewinnt den Preis für „Beleidigung, Ausgrenzung oder weitere Verschlechterung der sozialen Lage der Erwerbslosen“

    05.03.2014

    Die gewerkschaftliche Arbeitslosengruppe im DGB Kreisverband Bonn / Rhein-Sieg verleiht Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), anlässlich ihres dreizehnten arbeitsmarktpolitischen Aschermittwochs die „Saure Gurke“. Den Preis erhalten Personen, die einen besonderen Beitrag zur „Beleidigung, Ausgrenzung oder weiteren Verschlechterung der sozialen Lage der Erwerbslosen“ geleistet haben, schreibt die Arbeitslosengruppe in einem offenen Brief an den Preisträger. Demnach habe Alt nichts gegen die hohe Zahl rechtswidriger Bescheide, die in seinem Zuständigkeitsbereich auftraten, sowie gegen die Sanktionspraxis der Jobcenter unternommen.

    Jobcenter enthält häufig Leistungen vor

    Alljährlich verleiht die gewerkschaftliche Arbeitslosengruppe im DGB Kreisverband Bonn / Rhein-Sieg die „Saure Gurke“ an Aschermittwoch. In den vergangenen Jahren gehörten unter anderem Philipp Rösler (2012), Armin Cossmann von Amazon (2011) und Ursula von der Leyen (2010) zu den Preisträgern. Heinrich Alt wird der Preis für das Jahr 2013 aus verschiedenen Gründen verliehen. So änderte der „Arbeitsmarkt-Experte“ nichts an der gängigen Praxis, Hartz IV-Beziehern und ihren Bedarfsgemeinschaften Leistungen vorzuenthalten. „Mit Stand von Oktober 2013 waren bundesweit über 190.000 Widerspruchsverfahren gegen Bescheide der Jobcenter anhängig. Bei rund 60.000 Widerspruchsverfahren, die durchschnittlich in einem Monat abgeschlossen werden, gehen 35 Prozent zugunsten der Hartz-IV-BezieherInnen aus“, berichtet die Arbeitslosengruppe. „Zudem werden in jedem Monat rund 5.000 Klagen von Hartz-IV-BezieherInnen vor den Sozialgerichten gewonnen, die Erfolgsquote der Klagen liegt bei 44 Prozent. Mit anderen Worten: In nahezu jedem zweiten Hartz-IV-Fall, der bis vor das Gericht kommt, muss das zuständige Sozialgericht ein Jobcenter verpflichten, höhere Leistungen auszuzahlen - Leistungen, auf die ein gesetzlich verbrieftes Recht besteht und die zu Unrecht vorenthalten wurden.“

    Alt unterstützt Sanktionenspolitik und Ausnahmen beim Mindestlohn

    Die Arbeitslosengruppe kritisiert darüber hinaus, dass der Grundsatz des Förderns gemäß § 14 SGB II durch eine umfassende Unterstützung der Erwerbslosen mit dem Ziel der Eingliederung in den Arbeitsmarkt kaum Anwendung findet. So würden viele dringend benötigte Hilfen der Jobcenter gar nicht bei den jeweiligen Personengruppen ankommen. Als Beispiel führt die Arbeitslosengruppe die Schuldnerberatung an, die 2012 lediglich 33.000 Erwerbslose in Anspruch nehmen konnten. Schätzungen des DGB zufolge waren aber rund 1,1 Millionen Hartz IV-Bezieher stark verschuldet.

    Ein weiter Vorwurf der Arbeitslosengruppe betrifft die Sanktionspraxis. „Mit der von Ihnen befürworteten Sanktionspolitik leisten Sie einen wesentlichen Beitrag nicht nur zur Verschlechterung der Situation der 'hilfsbedürftigen Leistungsberechtigten', sondern auch zur Verstetigung der existenziellen Unsicherheit“, heißt es in dem offenen Brief an Alt.

    Nicht zuletzt waren es auch Alts Äußerungen zum Thema Mindestlohn, die ihm die „Saure Gurke“ einbracht haben. Das BA-Vorstandsmitglied unterstützt die Ausnahmen beim Mindestlohn, insbesondere die für Jugendliche. Alt zufolge sollen Jugendliche keinen Mindestlohn erhalten, da anderenfalls der Anreiz, eine Ausbildung zu absolvieren, fehlen würde.

    DGB-Arbeitslosengruppe kritisiert Untätigkeit von Heinrich Alt

    „Wir hätten aber erwartet, dass Sie - in Ihrem Verantwortungsbereich für den Rechtskreis SGB II und den Bereich operative Steuerung - Initiativen eingeleitet hätten, um die eklatanten strukturellen Defizite der Jobcenter und der kommunalen Sozialverwaltung zu überwinden. Wir hätten deutliche Worte in Richtung der politisch Verantwortlichen auf legislativer und exekutiver Ebene erwartet, um auf die nicht hinnehmbare Misere des Hartz IV- Systems hinzuweisen“, betont die Arbeitslosengruppe in ihrem Brief an Alt.

    Von dem BA-Vorstandsmitglied gibt es bislang keine Stellungnahme zur Verleihung der „Sauren Gurke“.

    gegen-hartz.de vom 05.03.2014

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/heinrich-alt-mit-der-sauren-gurke-ausgezeichnet-90016007.php

  • Öffentliche Anhörung zur Petition “Abschaffung der Sanktionen im SGB II und Leistungseinschränkungen im SGB XII”

    Öffentliche Anhörung zur Petition “Abschaffung der Sanktionen im SGB II und Leistungseinschränkungen im SGB XII”

    08.03.14 | von Ronald Blaschke |

    Die öffentliche Anhörung zur Petition von Inge Hannemann, die über 90.000 Unterschriften trägt, findet am 17. März 2014 um 12.00 Uhr im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages statt.

    Auf der Website des Petitionsausschusses heißt es:

    „Am 17. März 2014 werden die Mitglieder des Ausschusses in einer öffentlichen Sitzung Petitionen zu folgenden Themen beraten:

    • Arbeitslosengeld II – Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen

    • Sozialversicherung – Prüfung der Abgabepflicht zur Künstlersozialversicherung durch Rentenversicherung

    In der öffentlichen Sitzung um 12 Uhr im Europasaal, Paul-Löbe-Haus, bekommen die Petenten die Möglichkeit, ihr Anliegen persönlich vorzutragen. Im Anschluss hieran stellen sie sich den Fragen der Ausschussmitglieder und der anwesenden Regierungsvertreter.

    Interessierte Zuhörer und Medienvertreter können sich unter Angabe von Namen und Geburtsdatum beim Sekretariat des Petitionsausschusses, Platz der Republik 1, 11011 Berlin (Tel.: 030 / 227–35257, Fax: 030 / 227–36053, E-Mail: vorzimmer.peta@bundestag.de) anmelden. Zum Einlass wird ein gültiger Personalausweis benötigt. Nicht autorisierte Bild- und Tonaufnahmen z. B. mit Mobiltelefonen sind nicht gestattet.

    Aktualisierung:

    Leider können wir wegen fehlender Sitzplatzkapazitäten keine Besucheranmeldungen mehr für den Europasaal annehmen. Stattdessen wird aufgrund der zahlreichen Anfragen ein weiterer Saal bereitgestellt, in dem eine Übertragung der Sitzung auf einem Monitor gezeigt wird.

    Das Parlamentsfernsehen überträgt die Sitzung zudem live und wird sie anschließend im Video-on-Demand-Bereich unter http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp. bereitstellen.“

    Nach der Anhörung zur Petition von Inge Hannemann (um ca. 13 Uhr) lädt die Fraktion DIE LINKE in der Nähe des Anhörungsraums zu einem Gespräch mit Inge Hannemann und Katja Kipping, MdB, ein. Information dazu während der Anhörung.

    Netzwerk Grundeinkommen:

    http://www.grundeinkommen.de/08/03/2014/oeffentliche-anhoerung-zur-petition-abschaffung-der-sanktionen-im-sgb-ii-und-leistungseinschraenkungen-im-sgb-xii.html

  • Sanktionen gegen Hartz IV Empfänger bringen nichts

    Sanktionen gegen Hartz IV Empfänger bringen nichts

    »Oft verstärkt eine Sanktion Rückzug und Antriebsarmut. Sie stört das Vertrauen in die Behörde als ›Partnerin‹, fördert destruktive Verhaltensweisen und zieht erhebliche Zeitverluste im Integrationsprozess nach sich.« Kurzum: Sanktionen bringen nichts – dieses Zitat stammt nicht von einem Politiker sondern vom Jobcenter Kiel. Wir haben diese bemerkenswerte Aussage aufgeriffen und wollen sachlich die Sanktionsproblematik beleuchten.

    Von Christiane vom Schloss, Thomas Küppers – nach einer Idee von Malte Seidler.

    Seit dem letzten Jahr kamen die Jobcenter kaum aus den Schlagzeilen: In Neuss schockierte ein Mann ganz Deutschland, weil er die Mitarbeiterin des örtlichen Jobcenters erstach. In Leipzig griff ein »Kunde« seine Sachbearbeiterin mit einem Hammer an. Bundesweit haben Jobcenter ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Allein in Kiel wurden 30 Fälle bekannt, bei denen Arbeitslose »die Nerven verloren«. Die Kieler reagierten mit einer bundesweiten Ausschreibung für den Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes, weil die Mitarbeiter Angst haben – Angst vor ihren sogenannten Kunden. Laut der Studie der gesetzlichen Unfallversicherung fühlen sich fast 70% der Mitarbeiterinnen in den 400 Jobcentern regelmäßig bedroht.

    Gleichzeitig beklagen Parteien und Verbände immer wieder die Zustände in Jobcentern, fehlende Sitzgelegenheiten, mangelnden Datenschutz, Vertrauensverlust in Sachbearbeiter, vermutete Schikanen durch fehlerhafte Bescheide und die Angst der Menschen vor der Sanktionierung der kargen »Grundsicherung«.

    Weiterlesen Piratenpartei vom 26.02.2014

    http://www.piratenpartei.de/2014/02/26/sanktionen-gegen-hartz-iv-empfaenger-bringen-nichts/

  • "Die Jobcenter richten großen Schaden an"

    "Die Jobcenter richten großen Schaden an"

    Dirk Kratz hat untersucht, was Langzeitarbeitslosen wirklich hilft. Er sagt: Die Betreuung läuft grundlegend falsch. Arbeitslose werden behandelt wie kleine Schulkinder.

    EIN INTERVIEW VON ALEXANDRA ENDRES

    ZEIT ONLINE: Herr Kratz, für Ihre Doktorarbeit haben Sie untersucht, welche Hilfe Langzeitarbeitslose bräuchten – und welche sie vom Amt bekommen. Mit welchem Ergebnis?

    Dirk Kratz: So wie die Hilfe derzeit angelegt ist, richten die Jobcenter großen Schaden an. Sie machen mehr kaputt, als dass sie helfen. Das ist ein ganz zentrales Ergebnis meiner Arbeit.

    ZEIT ONLINE: Sie haben ausführlich mit Langzeitarbeitslosen gesprochen. Was sind die größten Probleme?

    Kratz: Ihre komplette bisherige Berufsbiografie wird vom Amt entwertet. Das sind ja alles Erwachsene, mit einer eigenen Lebens- und Berufserfahrung. Man könnte diese Erfahrung als Basis nutzen, aus der sich etwas Neues entwickeln kann. Aber in der standardisierten Fallbearbeitung der Jobcenter findet sie gar nicht mehr statt. Die Erfahrungen der Leute werden als Defizit angesehen, als etwas, das es zu beheben gilt.

    Weiterlesen in der Zeit – Online vom 24.02.2014

    www.zeit.de/wirtschaft/2014-02/langzeitarbeitslose-jobcenter-interview

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