Mitteilung von DIGNITAS:
Auf Antrag aus dem Kreise der User des DIGNITAS-Forums senden wir Ihnen den nachfolgenden Text als Mail.
Zufolge seiner Länge liess er sich nicht über das im Forum-Programm eingebaute Versandmodul verbreiten, deshalb wählen wir diesen Weg.
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Liebe User des Dignitas-Forums und Mitglieder des Dignitas-Vereins!

Auf diesem Weg wollen wir Euch bitten, sofern ihr der Sache zustimmen könnt, unsere erarbeitete Petition zu unterstützen.
Im Thread „Projekte für uns alle“ („Danke“ allen Beteiligten!) hat sich dieses wichtige Anliegen vieler konkretisiert und konnte letztlich realisiert werden. – Im Dignitas-Forum versammeln sich zumeist Leute, die entweder psychisch schwer belastet sind oder körperlich leiden – wir haben größtenteils alle das gleiche Anliegen – wir wollen sterben und unserem Martyrium ein Ende setzen! –
Wir alle wünschen uns, dass man uns in der Weise unterstützt, dass wir das Recht auf ein schmerzfreies, humanes Sterben haben!
Darum haben wir zwei Petitionen verfasst – die erste Petition setzt sich für die Rechte psychisch kranker Menschen ein mit der Forderung nach Sterbehilfe – die zweite Petition hat die gleiche Forderung, aber spricht sich deutlicher für das Recht körperlich kranker Menschen aus ... WENN IHR
DEM INHALT EINER DER BEIDEN PETITIONEN ZUSTIMMEN KÖNNT, DANN BRAUCHEN
WIR EURE STIMME! (Sofern ihr das wünscht, bleibt es euch natürlich selbst überlassen, einzelne Textpassagen anders zu formulieren.)
Jeder, der DAFÜR ist, kann seine Stimme für diese Sache einbringen! – Ihr müsst nichts schreiben, ihr braucht euch keine Arbeit machen – das einzige, was ihr tun müsst, ist, Euch im Petitionsportal des deutschen Bundestags einzuloggen.

Der Link ist folgender:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=new

Je mehr Leute diese Sache unterstützen, desto größer ist unsere Chance, dass man unser Anliegen ernst nimmt!!!
Weitere, aktuelle Informationen könnt ihr in den Threads „Enorm wichtig!!! Lest das bitte!!!“ und „Petition“ einsehen.
Lest euch die nachfolgenden FERTIGEN Petitionen durch – und beteiligt Euch bitte daran, sofern das eurem Wunsch entspricht, unserem Anliegen Gehör zu verschaffen.

1. PETITION – STERBEHILFE FÜR PSYCHISCH KRANKE:
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Wortlaut der Petition*: Was möchten Sie mit Ihrer Petition konkret erreichen?
Psychisch kranken Menschen, die aufgrund permanent psychischen Leidensdrucks zu sterben wünschen, ist im Hinblick auf das Grundrecht zur Selbstbestimmung Sterbehilfe zuzuerkennen, sofern das Leiden für den Kranken unzumutbar ist und freiwillige therapeutische Behandlungsmaßnahmen erfolglos blieben. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um leidenden Menschen ein humanes, schmerzfreies Sterben zu ermöglichen, sofern dies der festen Willenserklärung der Betroffenen entspricht.

Begründung*:

Der Begriff von „Leid“ betrifft nicht ausschließlich körperliches Leid, sondern äußert sich teils in auch sehr schauriger Prägnanz im Falle psychisch kranker Menschen. Eine „psychische Störung“ tritt in mannigfaltiger Weise auf – die einzelnen Krankheitsbilder im Detail zu benennen, soll nicht Gegenstand dieser Petition sein. Viele vornehmlich so bezeichneten „psychischen Störungen“ können im Wege einer Therapie einen gewünschten Behandlungserfolg nach sich ziehen. Doch entspricht es ebenfalls der Wahrheit, dass sehr viele Betroffene, die unter schweren Depressionen, Angststörungen,(wahnhaften) Psychosen und dergleichen leiden, trotz ständiger Einnahme entsprechender Psychopharmaka und Inanspruchnahme verordneter Therapien dennoch einem ständigen unerträglichen Delirium ausgesetzt sind, das das Leben zur Qual macht.
Sicherlich gibt es massenweise Studienexpertisen und Behandlungsempfehlungen, aber es gibt kein Patentrezept, das alle psychisch Kranken einer nachhaltigen vollständigen Remission überführt.

In der Pressemitteilung vom 04. Oktober 2001 der Weltgesundheitsorganisation („Psychische Gesundheit: neues Verständnis – neue Hoffnung“) heißt es: „Bis zu 60% der unter Depressionen leidenden Menschen können mit der richtigen Kombination von Antidepressiva und Psychotherapie wieder genesen.“ – Den Übrigen kann konkretisiert durch therapeutische Begleitung und Medikamentengabe nicht geholfen werden. Sie befinden sich in einer äußerst desolaten Situation. Meist können sich die Betroffenen zu ihrer Krankheit nicht äußern, müssen in der Öffentlichkeit Stigmatisierung und Diffamierung fürchten und haben nicht zuletzt auch selten die Möglichkeit sich einem Arzt anzuvertrauen, ohne bei Äußerung von Suizidgedanken mit der Einweisung in eine Psychiatrie rechnen zu müssen. Ihnen werden damit zwei elementare Rechte verwehrt: das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht auf persönliche Freiheit. Zwangseinweisungen in Psychiatrien mögen im Falle unkontrollierter Aggressivität oder einer dem Kurzschluss folgenden Selbstgefährdung angebracht sein, aber sind insofern nicht zulässig, hat ein Mensch für sich reiflich das Für und Wider einer dem Suizid zuzuordnenden Handlungsoption erwogen.
– Die eigene Wahrnehmung der Symptomatik einer psychischen Krankheit und des Leidens an sich stellt sich zumeist für den Betroffenen ganz anders dar, als das die Schulmedizin im schematischen Klassifizierungsdenken begreift. – Ist es der freie, begründete Wille eines kranken Menschen seinem meist langwierigen Martyrium zu entkommen, erfordert dies Hilfestellung, die auch den Entschluss sterben zu wollen respektiert. Sterbehilfe für leidende Menschen stellt sich als unverzichtbares, freiheitliches Gut dar, um Menschen mit irreversiblen psychischen Störungen den ersehnten gesetzlichen Rahmen zu schaffen, in Würde und schmerzfrei sterben zu dürfen, ohne den Weg einer meist qualvollen Selbsttötung einschlagen zu müssen, was teils auch verhängnisvolle Konsequenzen haben kann.
Anregungen für die Online-Diskussion: Wenn Sie Anregungen (z.B. Stichworte oder Fragen) für die Online-Diskussion geben wollen, können Sie dieses Feld nutzen. (Folgendes dient euch, den Mitzeichnern und Unterstützern, lediglich zur Kenntnisnahme ...)
- Enorme medizinische Fortschritte stellen uns vor gesellschaftliche (Interessens-)Konflikte und neue moralisch-ethische Fragen, sodass es bedeutsam erscheint den Hippokratischen Eid, der u.a. das Gebot umfasst, Kranken nicht zu schaden, neu zu interpretieren. Denn Schäden müssen nicht ausschließlich körperlicher Natur sein. – Viele Behandlungsmaßnahmen, die beispielsweise per Zwang verordnet werden und den eigentlichen Willen des Kranken aushebeln, verschlimmern die Situation des Betroffenen zumeist erheblich. Die Beurteilung darüber, was schädlich ist und was nicht, sollte in letzter Konsequenz dem Menschen selbst überlassen werden. Dem Therapie- Zentrum für Suizidgefährdete (TZS) zufolge, würden jährlich 11.000 Suizidversuche scheitern, in deren Fall aufgrund schwerster (Mehrfach-)Verletzungen eine berufliche Rehabilitation oder Frühberentung erforderlich sei(Schweiberer, Ruchhotz, Pajonk 1995). Diese schreckliche Bilanz würde im Wege einer gesetzlichen Sterbehilfe reduziert.
Diese Petition wurde am 04.01.2010 im Petitionsportal des Deutschen Bundestages veröffentlicht. Das heißt, ihr braucht die Petition, sofern ihr sie unterstützen wollt, nicht mehr im Ganzen einreichen, sondern ihr könnt einfach nachstehenden Link anklicken und braucht sodann lediglich nur noch "mitzeichnen".
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=8666

Die Mitzeichnungsfrist wird am 16.02.2010 beendet sein. Dennoch könnt ihr die Petition auch danach unterstützen.
Nach dem 16.02.2010 müsstet ihr Euch, sofern ihr diese Petition unterstützen wollt, unter folgendem Link einloggen:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition

Hier klickt ihr auf "Eine neue Petition einreichen". (Da es auf der Eingabemaske nicht die Möglichkeit gibt die Petition als "Massenpetition" einzureichen (sie wird aber schlussendlich, auch nach Ablauf der Mitzeichnungsfrist, als solche gehandhabt werden), könnt ihr einfach "Einzelpetition" wählen.
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2. PETITION – UNSER ALLER RECHT AUF STERBEHILFE:
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Wortlaut der Petition*: Was möchten Sie mit Ihrer Petition konkret erreichen?
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass sowohl psychisch als auch körperlich kranke Menschen, die aufgrund von Schmerzen oder eines allgegenwärtigen Leidens den Wunsch äußern sterben zu dürfen, Hilfe erhalten, die ein nachheriges schmerzloses risikofreies Sterben ermöglicht. Die Würde des Menschen sollte sich auch auf ein humanes Sterben beziehen. Menschen, die sich gezwungen sehen ihrem Leiden ein Ende zu setzen, sollten hierzu die gewünschte und geforderte Unterstützung erhalten.
Begründung*:
Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 100.000 Suizidversuche unternommen, von welchen 10.000 tödlich enden. Kranke, leidende Menschen wissen sich nicht anders zu helfen, als von einem höheren Gebäude zu springen, vor einen Zug, sich zu erhängen oder tödliche Gifte einzunehmen. Es gibt keine Möglichkeit für die Betroffenen sich Hilfe zu verschaffen. Mehr als 90.000 Suizidversuche scheitern jährlich – die Folgen sind meist katastrophal für den Suizidanten. – Gebrochene, amputierte Gliedmaßen – Querschnittslähmungen, Verätzungen, schwerwiegende Hirnschädigungen usw.usf. Meistens müssen die im Vorfeld ohnehin schwer leidgeprüften Menschen ein zusätzliches Martyrium in Kauf nehmen – Operationen, Schmerzen, (Zwangs-)Aufenthalte in Krankenhäusern und in Psychiatrien.
Das Leiden vieler Menschen wird hierdurch nur verstärkt. Das Recht auf Selbstbestimmung muss in dem Maße greifen, dass leidende, körperlich geschädigte Menschen, die einem ständigen Schmerzszenario ausgesetzt sind, die kraftlos ihrem Siechtum erliegen, Hilfe erlangen, wenn sie darum bitten.
- Wir haben das Recht unsere eigenen Kinder „abzutreiben“ – lebensfähige, gesunde Kinder, die nicht gefragt wurden, ob sie denn nicht viel lieber das Leben hätten leben wollen! Ebenso müssen wir als erwachsene, handlungs- und entscheidungsfähige Menschen auch das Recht haben dürfen, humanes Sterben für uns zu erwählen, wenn Krankheiten und andere Leiden uns derart beschweren, dass der Weg der erweiterten Sterbehilfe für uns zur erlösenden und einzigen Alternative wird. –

Warum müssen denn Menschen in diesem Zeitalter des Fortschritts gezwungen werden einen schmerzvollen Freitod wählen zu müssen? – In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Healthcare heißt es im Spiegel- Dossier vom 22.11.2008: „Viele deutsche Ärzte sind dafür, unheilbar kranken, leidenden Patienten beim Suizid helfen oder gar auf ihren Wunsch hin deren Leben beenden zu dürfen. ...

Danach würde ein gutes Drittel (35 Prozent) eine Regelung befürworten, die es Ärzten ermöglicht, Patienten mit fortgeschrittener, schwerer, unheilbarer Krankheit beim Suizid zu helfen. ... Fast 40 Prozent können sich vorstellen, selbst Patienten beim Suizid zu helfen.“ –
Patientenverfügungen und ihre gegenwärtige „Ausschöpfbarkeit“ für eine „Absicherung“ im Fall der Fälle, sind im Grunde ein Hohn für die Betroffenen – der leidende Mensch erhält zuletzt die Option des Abschaltens der künstlichen Ernährung – Verhungern und Verdursten zu müssen, ist ein unglaublich qualvoller Prozess!

Uns allen bleiben voraussichtlich (altersbedingte) Krankheit und Leiden nicht erspart – und der Tod ist letztlich unser aller Los! Politiker haben es in der Hand, auch im eigenen Interesse, ein humanes Sterben zu gewährleisten. Kranke und (psychisch) leidende Menschen müssen die Möglichkeit erhalten, ihrem Martyrium schmerzfrei und human entkommen zu können, ohne den oftmals mit schweren Folgen behafteten Suizidversuch unternehmen zu müssen!
Anregungen für die Online-Diskussion: Wenn Sie Anregungen (z.B. Stichworte oder Fragen) für die Online-Diskussion geben wollen, können Sie dieses Feld nutzen. (Folgendes dient euch, den Mitzeichnern und Unterstützern, lediglich zur Kenntnisnahme, ihr könnt den Text beim Einreichen der Petition berücksichtigen oder das entsprechende Feld freilassen; ihr könnt das Feld aber natürlich auch nutzen, um eigene Stichpunkte in den Raum zu führen ...)

Gescheiterte Suizidversuche verursachen dem Gesundheitswesen Hunderte Millionen Euros, die für Operationen, Klinikaufenthalte und dergleichen aufgewendet werden. Im Beispielsfalle eines überlebten Sprungs von einem höheren Gebäude in suizidaler Absicht, entsprechen schwerwiegende Mehrfachfrakturen und Trümmerbrüche u.a. der Regel. Eine Vielzahl von kostenintensiven Operationen bleiben dem Suizidanten nicht erspart. Schmerzen, ein erhöhter Leidensdruck, häufige körperliche Behinderungen, Deformitäten und dergleichen hat der Leidgeprüfte zusätzlich zu tragen.
Seinem Willen, nicht mehr leben zu wollen, wird nicht entsprochen! Die Entscheidungsfreiheit, als erwachsener Mensch aufgrund von psychischen und körperlichen Leiden dem eigenen Leben ein Ende setzen zu wollen/zu müssen, wird entweder tabuisiert oder ignoriert.
Tiere, die leiden, werden legal, routinemäßig und praxisüblich „schmerzfrei eingeschläfert“ – warum darf der leidende Mensch solches für sich nicht in Anspruch nehmen?
Diese Petition wird NICHT veröffentlicht, das heißt, sie wird laut schriftlicher Mitteilung des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages nicht auf dem Petitionsportal ausgestellt werden. Sie kann entsprechend auch nicht mitgezeichnet werden das ist deshalb nicht möglich, da es in der Vergangenheit bereits ähnliche Petitionen
gab, die bereits veröffentlicht wurden und deren Mitzeichnungsfrist zwischenzeitlich beendet ist). Das tut aber im Grunde nichts zur Sache. Wer sie unterstützen möchte, kann das nach wie vor tun. Nur dass man diese Petition, die sich für die Rechte von sowohl körperlich als psychisch leidender Menschen einsetzt, im Ganzen einreichen muss - das ist ein bisschen mehr Aufwand, aber wer es unterstützen will, der weiß, dass es einer guten Sache dient. Intern werden weiterhin die Stimmen gezählt - und darauf kommt es an.
Über nachfolgenden Link gelangt ihr zur Liste der öffentlich ausgestellten Petitionen des Deutschen Bundestages.

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition

Dort klickt ihr auf "Eine neue Petition einreichen". (Da es auf der Eingabemaske nicht die Möglichkeit gibt die Petition als "Massenpetition" einzureichen (sie wird aber schlussendlich als solche gehandhabt), könnt ihr einfach "Einzelpetition" wählen. Zur Wiederholung sei gesagt, dass die Stimme jedes Einzelnen, der diese Petition unterstützt, und sie entsprechend im Ganzen einreicht intern gezählt wird - je mehr Stimmen es sein werden, desto mehr Gewicht wird die Petition für sich verbuchen!
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Sofern ihr einer dieser beiden Forderungen bzw. Petitionen zustimmen könnt (das Beste wäre natürlich, ihr würdet beide unterstützen), nehmt Euch bitte 5 Minuten Zeit und unterstützt unser aller Anliegen.

Ich grüße herzlich alle Unterstützer, Betroffenen und User!
Silvia W.
Ergänzende Anmerkung: ES WÄRE ZU BEGRÜSSEN, DASS IHR, EUCH AN DER ÖFFENTLICHEN DISKUSSION IM FORUM DES PETITIONSPORTALS BETEILIGT!
Silvia W.
P.S.: Noch einmal sei an dieser Stelle „Trauereule“ und „menetekel“ besonderer Dank ausgesprochen, die den Anstoß dieser Sache gegeben haben. „Danke“ auch allen weiteren Beteiligten, die sich mit wertvollen Diskussionsbeiträgen für das Gelingen der Sache eingesetzt haben.